Last-Minute-Coup: Rölli schiesst Dagmersellen ins Cup-1/4-Finale

Was für ein Cup-Abend auf der Chrüzmatt! Im Achtelfinale des IFV-Cups empfing der FC Dagmersellen den Zweitligisten FC Küssnacht und lieferte sich mit dem Favoriten einen packenden Schlagabtausch. Eine frühe Führung, eine rote Karte, ein verschossener Penalty und wechselnde Spielstände sorgten für ein wahres Fussballdrama. Trotz eines zwischenzeitlichen Rückstands bewiesen die Wiggertaler eine beeindruckende Moral und glaubten bis zum Schluss an ihre Chance. In der Nachspielzeit erlöste Dario Rölli das Heimteam mit dem 3:2-Siegtreffer und schoss den FCD damit verdient ins Cup-Viertelfinale.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Bereits der erste gefährliche Angriff brachte die Führung für den Underdog: Ein Abstimmungsfehler zwischen Torhüter Wagner und einem Verteidiger eröffnete Dario Rölli die Chance. Dieser nutzte den Moment, liess den Verteidiger mit einem schnellen Antritt stehen und bezwang den zurückeilenden Wagner aus spitzem Winkel mit einem herrlichen Abschluss zur frühen 1:0-Führung. Die Gäste zeigten jedoch rasch, weshalb sie in der 2. Liga spielen, liessen den Ball gut laufen und hielten das Tempo hoch. In der 8. Minute hätte Pascal Schwizer nach einem tollen Zuspiel von Marc Leuppi die Führung ausbauen können, scheiterte allein vor Wagner aber äusserst knapp. Auf der Gegenseite sorgte James Gügler in der 15. Minute für einen ersten Warnschuss der Gäste.

In der 30. Minute überschlugen sich die Ereignisse: Nach einer Tätlichkeit an Flavio Accola zeigte Schiedsrichter Liniger Severin Koller ohne Zögern die rote Karte. Doch statt daraus Kapital zu schlagen, kassierte der FCD nur drei Minuten später den Ausgleich. Gomes Santos traf mit einem Seitfallrückzieher sehenswert zum 1:1. Dagmersellen reagierte mit guten Angriffen: Leuppi wurde im letzten Moment geblockt, Raphael Taudiens Lupfer über Goalie Wagner konnte ein Verteidiger gerade noch vor den einschussbereiten FCD-Akteuren klären. Nach einem Handspiel im Strafraum bot sich Leuppi vom Punkt aus die grosse Chance zur erneuten Führung, doch sein Penalty flog über das Gehäuse. Nach einer temporeichen ersten Hälfte stand es trotz klarer Chancenvorteile für das Heimteam zur Pause lediglich 1:1 – aus Sicht des FCD viel zu wenig.

Nach dem Seitenwechsel erwischte Küssnacht den besseren Start. In der 51. Minute zog Gügler entschlossen ab und brachte die Gäste mit 1:2 in Führung. Kurz darauf setzte Zerla eine Flanke aus fünf Metern über das leere Tor – Glück für den FCD. Die Antwort der Wiggertaler folgte in der 56. Minute: Nach einem weiteren Eckball landete der Ball bei Leuppi, der am schnellsten reagierte und zum 2:2 abstaubte.
Damit war alles wieder offen, und die Partie entwickelte sich zu einem packenden Schlagabtausch. Auch in Unterzahl blieb Küssnacht gefährlich, doch der FCD spielte weiter mutig nach vorne und sorgte mit schnellen Umschaltaktionen immer wieder für Gefahr. Leuppi verpasste in der 77. Minute das 3:2 nur knapp, zwei Minuten später fehlte Andrin Fischer nach schöner Vorarbeit von Noel Stäuble nicht viel. Als Dario Rölli in der 89. Minute allein auf Wagner zulief und mustergültig auf Scheidegger auflegte, schien der Sieg greifbar – doch der Abschluss wurde im letzten Moment vereitelt. Die Verlängerung rückte näher, aber der FCD gab nicht auf.

In der 92. Minute kam der grosse Moment: Leuppi lancierte Fischer mit einem traumhaften Pass in die Schnittstelle, worauf dieser perfekt für Dario Rölli auflegte. Rölli liess Wagner keine Chance und vollendete mit letztem Einsatz entschlossen zum umjubelten 3:2-Siegtreffer. Wenig später pfiff der exzellente Spielleiter Liniger die Partie ab – der Cup-Coup war perfekt.

Dank einer bärenstarken Teamleistung, grossem Willen und solidarischem Einsatz zwang Dagmersellen den oberklassigen Gegner in die Knie und erlebte so einen weiteren magischen Cup Abend auf der Chrüzmatt. Trotz einer frühen roten Karte zeigte Küssnacht eine starke Leistung, doch der FCD überzeugte mit Moral und einem klaren Chancenplus.

Trainer Pipo Diethelm war stolz auf seine Mannschaft: «Trotz einer kurzen Druckphase der Gäste und des Rückschlags nach der Pause hat die Mannschaft am Matchplan festgehalten und konsequent nach vorne gespielt.». Auch Spielercoach Luca Roth sah den Erfolg als verdient an: «Es war erneut eine disziplinierte und organisierte Leistung. Wir haben uns den Einzug in die nächste Runde durch mehr und vor allem bessere Chancen verdient.» Im Viertelfinal, der erst im neuen Jahr ausgetragen wird, wartet erneut ein Heimspiel: Zweitligist FC Schattdorf gastiert auf der Chrüzmatt.

FC Dagmersellen (3.) – FC Küssnacht (2.) 3:2 (1:1)

Chrüzmatt. – 120 Zuschauer. – SR: Timy Liniger – Tore: 2. Dario Rölli 1:0, 33. Gomes Santos 1:1, 51. James Gügler 1:2, 56. Leuppi 2:2, 92. Dario Rölli 3:2 – Dagmersellen: Gianluca Accola, Roth, Flavio Accola, Blum, Roth, Nexhipi, Weber, Taudien, Rölli, Leuppi, Schwizer (Scheidegger, Fischer, Stäuble, Tschopp) – Küssnacht: Wagner, Pfefferle, Zimmermann, Müller, Gomes Santos, Lieb, Koller, Pereira, Freitas, Zerla, James Gügler (Qupi, Mürner, Pereira).  – Bemerkungen: 30. Platzverweis Koller (Tätlichkeit), 38. Leuppi verschiesst Handspenalty, Top-Schiedsrichterleistung